Good bye Heldsbach – Welcome Lae

Unser letzter Tag in der Finschhafen Region ist noch einmal gut bepackt mit Arbeit und Genuss. Am Vormittag ein Nachdreh auf einem Dschungeltrail über Heldsbach. Es ist heiß. Absolutes Südseeklima. Wir gehen für die Kamera mit etwas Gepäck noch einmal durch Schluchten und Hänge hinauf und herunter. Einige Bilder, von denen wir glauben, wir haben sie auf unserem harten Trip von Mindik rüber nach Tobou ob der Anstrengung nicht bildlich festhalten können, werden wir hier noch in den Kasten bekommen. Die körperliche Erinnerung an die Verausgabung von einst kommt schnell zurück. Schon beim ersten Überqueren eines Flusses, oder beim Springen von Stein zu Stein und dem Steigen eines steilen Dschungelpfades hinauf, klingelt bei allen in der Gruppe die Alarmglocke. Alles für die Kunst und gleichzeitig froh, dass diese vormittägliche Unternehmung eine zeitliche Begrenzung von ca. 3 Stunden hat.

Noch einmal steigen für die Kunst
Noch einmal steigen für die Kunst (© Peter Adler)
Durch jeden Fluß führt ein Weg
Durch jeden Fluß führt ein Weg (© Peter Adler)
Zu Fuß zurück nach Heldsbach
Zu Fuß zurück nach Heldsbach (© Momo Kohlschmidt)

Wir kehren zum Lunch zu Fuß zurück nach Heldsbach und stehen Schlange vor der einzigen Dusche im Mangan-Bungalow. Immer wieder mal der Versuch die Fluggesellschaft zu erreichen, die uns am nächsten Tag mit einem Miniflieger von Heldsbach nach Lae bringen soll. Wir brauchen noch ein letztes “Ok”. Es ist Freitag und Feiertag in Papua. Der “Tag des Gebetes”. Niemand geht ans Telefon. Also beten wir auch, dass haben wir inzwischen ganz gut drauf, dass der Charterflieger am nächsten Tag pünktlich da sein wird und das Wetter uns wohlgesonnen ist.

Am Nachmittag sind wir noch einmal mit Douglas, unserem Speedboat-Driver vom Beginn unserer Reise und seinem Baby, seinem Boot, verabredet. Wir wollen in die Manaba- und Pola Bay fahren. Die Orte des Erstkontaktes Deutscher Missionare Ende des vorletzten Jahrhunderts.
Der Pazifik liegt sanft in einem fetten Türkis vor uns. Die Sonne steht schon etwas tiefer und beschenkt uns mit einem wunderbaren Theaterlicht. Douglas dreht seinen Motor einmal ordentlich auf und das Boot fliegt, in 1,50 Meter hoher Gischt gerahmt über die Wellen. Ein Hochgefühl und Jubel bricht aus uns Manganern heraus. Freiheit. So könnte es ewig weitergehen, aber wir haben hier noch einen Film und ein Hörspiel nach Hause zu fahren.
Als wir die Bucht erreichen, lassen wir uns treiben. Leise und ehrfürchtig. Die Natur ist ein wahrer Künstler. So viel Schönheit ist kaum noch zu fassen. Der Urwald rechts und links. Die unfassbare Klarheit und Farbe des Wassers, welches hier in der Bucht eine Temperatur von ca. 25 Grad hat. Am erweiterten Horizont die hohen Berge des Hinterlands. Stille und Frieden. Immer mal wieder Fischer, die bis zum Bauchnabel im Wasser stehen und ihre Angeln auswerfen. Ein Hund schwimmt an uns vorbei. Er muss irgendwann für sich entdeckt haben, dass er schneller über Wasser von Insel zu Insel kommt. Er hat kein Problem, dass wir an ihm vorbeifahren.

Bucht von Heldsbach
Bucht von Heldsbach (© Peter Adler)
Entrance
Entrance (© Peter Adler)
Paradies - Manaba Bay
Paradies – Manaba Bay (© Peter Adler)
Driften - Kai-Uwe Kohlschmidt
Driften – Kai-Uwe Kohlschmidt (© Peter Adler)
Sich nicht satt sehen - Frederik Schmid
Sich nicht satt sehen – Frederik Schmid (© Peter Adler)
Interview in der Manaba Bay - Kai-Uwe Kohlschmidt, Mark Chaet, Walter Teunzac
Interview in der Manaba Bay – Kai-Uwe Kohlschmidt, Mark Chaet, Walter Teunzac (© Momo Kohlschmidt)
Ein sehr kluger Hund - schwimmen geht schneller
Ein sehr kluger Hund – schwimmen geht schneller (© Peter Adler)
Eine Niugini Familie fängt sich das Abendbrot in der Bucht
Eine Niugini Familie fängt sich das Abendbrot in der Bucht (© Peter Adler)
Die blaue Stunde
Die blaue Stunde (© Peter Adler)
Zurück auf den Pazifik
Zurück auf den Pazifik (© Peter Adler)

Wir drehen unsere Bilder und führen noch ein paar Interviews mit Walter, der uns begleitet. Morgen werden wir das Paradies verlassen und uns in Lae schon wieder in der Zivilisation befinden. Ein bisschen Wehmut und das unbändige Verlangen Gerüche und alle Blickachsen einzusaugen, sie zu speichern und irgendwie auf Vorrat zu bunkern, macht sich Platz auf unserem kleinen Bootsausflug. Und doch denkt jeder schon mit Freude an die baldige Rückkehr nach Deutschland. Wieder an Land sammeln wir den halben Korallenstrand ein und lassen ihn in unseren Rucksäcken verschwinden. Mitbringsel für die Lieben zu Hause. Ein bisschen Südsee. Ein bisschen Paradies zum Anfassen.

Letzter Drohnenflug über der Manaba Bay
Letzter Drohnenflug über der Manaba Bay (© Momo Kohlschmidt)
Die Drohnenprofis - Steffen Cieplik und Lukasz Majka mit Walter
Die Drohnenprofis – Steffen Cieplik und Lukasz Majka mit Walter (© Momo Kohlschmidt)
Bananenblüte
Bananenblüte (© Momo Kohlschmidt)
The Beauty of a View
The Beauty of a View (© Momo Kohlschmidt)
The smell of Franjapany - Irene Preis
The smell of Frangipanie – Irene Preis (© Momo Kohlschmidt)
Frederik Schmid
Frederik Schmid (© Momo Kohlschmidt)
Kai-Uwe Kohlschmidt
Kai-Uwe Kohlschmidt (© Momo Kohlschmidt)

Wir nehmen unser letztes Dinner in Heldsbach ein und sind nun mit Walter zu einem letzten Interview verabredet. Nicht wir interviewen ihn, sondern er befragt uns. Er hat sich vorbereitet. Ein langer Zettel muss abgearbeitet werden. Er fragt nach unseren Erwartungen an diese Reise und dessen Einlösungen. Fragt nach besonderen Ereignissen. Fragt nach Grenzerfahrungen und nach unserem Eindruck über sein Land und seine Region Finschhafen. Schnell kommen wir von einem Detail ins nächste, von einer lustigen Geschichte zu anderen unglaublichen Ereignissen. Wir trinken Kaffee zur Nacht. Alkohol haben wir leider keinen und gehen ein letztes mal im Dschungel zu Bett.

Heute morgen die Nachricht: Die Fluggesellschaft hat sich gemeldet. Der Flieger wird um 12.30 Uhr in Gagidu/Heldsbach sein. Das Wetter ist perfekt. Wir werden fliegen.
Frühstück, packen, ein letzter Drohnenstart und dann mit dem Jeep zum airstrip. Eine Art Weide, auf der 3 Kühe stehen und sonst nichts. Die Empfangshalle ist ein alter großer Baum, der uns beim Warten auf den Flieger etwas Schatten spendet. Dann zeigt sich die kleine 10-Mann Maschine am Himmel. Sie wirkt sehr gepflegt. Gott sei Dank. Der Pilot macht einen kompetenten Eindruck. Also, rein mit dem Gepäck und los geht’s.
Wir verabschieden uns von Walter unserem Koordinator hier vor Ort. Er war ein Glücksgriff für uns alle. Er hat viel für uns geleistet, organisiert, vorrecherchiert und geklärt. Wir sind ihm sehr dankbar und tragen ihn in unseren Herzen mit nach Europa. Ein guter Mann.

Der Flieger landet auf der Kuhkoppel
Der Flieger landet auf der Kuhkoppel (© Momo Kohlschmidt)
Sieht gut aus
Sieht gut aus (© Momo Kohlschmidt)
Mit dem Piloten das Routing klären
Mit dem Piloten das Routing klären (© Momo Kohlschmidt)
Mangan25 muss in den Flieger rein
Mangan25 muss in den Flieger rein (© Momo Kohlschmidt)
Good bye - Walter und Kai-Uwe Kohlschmidt
Good bye – Walter und Kai-Uwe Kohlschmidt (© Momo Kohlschmidt)
Good bye - Walter und Kai-Uwe Kohlschmidt
Good bye – Walter und Kai-Uwe Kohlschmidt (© Momo Kohlschmidt)
Good bye - Walter und Peter Adler
Good bye – Walter und Peter Adler (© Momo Kohlschmidt)
Good bye - Walter und Frederik Schmid
Good bye – Walter und Frederik Schmid (© Momo Kohlschmidt)
Good bye - Walter und Lukasz Majka
Good bye – Walter und Lukasz Majka (© Momo Kohlschmidt)
Good bye - Walter und Mark Chaet
Good bye – Walter und Mark Chaet (© Momo Kohlschmidt)
Good bye - Walter und Steffen Cieplik
Good bye – Walter und Steffen Cieplik (© Momo Kohlschmidt)
Good bye - Walter und Momo Kohlschmidt
Good bye – Walter und Momo Kohlschmidt (© Steffen Cieplik)
Good bye - Walter und Momo Kohlschmidt
Good bye – Walter und Momo Kohlschmidt (© Steffen Cieplik)
Lukasz an der Poolposition - Kameraplatz
Lukasz an der Poolposition – Kameraplatz (© Momo Kohlschmidt)
Gaity fliegt mit uns
Gaity fliegt mit uns (© Momo Kohlschmidt)

Unsere Guides Gais und Gaity begleiten uns noch bis nach Lae und werden im Hotel mit uns die letzte Nacht verbringen, bevor wir morgen, am Sonntag mit einem nächsten Flieger weiter nach Port Moresby fliegen werden.
Noch einmal können wir die so vollkommene Landschaft Papua Neuguineas und insbesondere des Hinterlandes von oben betrachten. Können einen Moment sehen in welchen Regionen und Höhen wir zu Fuß unterwegs waren, bevor uns die Wolken verschlingen. Wir kommen wieder. Das ist unser aller tiefer Wunsch.

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(© Momo Kohlschmidt)
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(© Momo Kohlschmidt)
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(© Momo Kohlschmidt)
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(© Momo Kohlschmidt)

Lae / Crossroadhotel. Das Hotel steht in einem von Security geschützten Bereich. Restaurant, Pool, Luxusdusche, Klimaanlage, große Betten, Internet satt und der Fernseher spukt seltsame Nachrichten aus, die wir irgendwie nicht in unsere Realität übersetzen können. Ein klares Kompatibilitätsproblem. Wie dekadent und unnötig denke ich. Als ein Riesenschwarm großer Flughunde über dem Hotelpool kreist mit Lauten wie aus Hitchcocks “Vögel” muss ich schmunzeln. Man kann mit Geld und Luxus nicht allen Staub wegwaschen. In den Ritzen bleibt doch, Gott sei Dank immer etwas hängen.

Mangan im Hotelpool
Mangan im Hotelpool (© Momo Kohlschmidt)
Mangan im Hotelpool
Mangan im Hotelpool (© Momo Kohlschmidt)
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“VÖGEL” (© Momo Kohlschmidt)

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